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Kultivierung von Pleione (nach Paul Cumbleton) - Dies wurde von Kai Wilhelm übersetzt. Vielen Dank zu ihm

 Nachstehend beschreibe ich Ihnen, wie man Pleione kultiviert. Diese allgemeinen Ratschläge decken die Pflegebedürfnisse aller Hybridformen und vieler Arten bzw. Naturformen ab.

Am Ende finden Sie unter dem Absatz "Ausnahmen" die Anforderungen der Arten mit besonderen Bedürfnissen.

Zur Zeit besteht diese Seite nur aus Text, aber ich werde eventuell noch Bilder einfügen, um verschiedene Punkte zu illustrieren.

 Wenn ich hier etwas vergessen haben sollte, oder Sie eine spezielle Frage haben, die Sie mich fragen möchten, können Sie mich gerne kontaktieren und ich werde mein Bestes tun, um Ihnen zu helfen.

 Wo sollte man Pleione kultivieren?

 Pleione kommen aus Gegenden mit klar in Frühling, Sommer, Herbst und Winter unterteilten Jahreszeiten, und sie wachsen dort am Besten, wo die durchschnittliche Sommertemperatur die 25° C Marke nicht überschreitet (obwohl vereinzelte Tage mit Temperaturen von bis zu 30° C toleriert werden). Im Winter, ihrer Ruhephase, müssen Pleione zwar kalt, aber frostfrei gehalten werden.

Der ideale Temperaturbereich liegt dann zwischen 1° und 5° C. Notfalls können Sie kleinere Bestände auch im Kühlschrank überwintern, wenn Ihre Winter normalerweise zu warm sind.

Mit diesen Einschränkungen können sie auch auf einem Fensterbrett, in einem Gewächshaus oder einem Frühbeet gehalten werden und dürfen in den frostfreien Monaten nach draußen.

In Gebieten mit wenigen und nur schwachen Frostperioden können sie sogar in den Garten ausgepflanzt werden. Die meisten Leute pflegen sie jedoch als Topfpflanzen.

 Behältnisse:

 Es können Ton- oder Plastiktöpfe verwendet werden und beide haben ihre Befürworter. Tontöpfe benötigen zwar häufigeres Gießen, aber durch die Verdunstung an ihrer Oberfläche werden die Wurzeln kühl gehalten und diese liefert der Pflanze auch beständig erhöhte Luftfeuchtigkeit. Plastiktöpfe ermöglichen es, seltener zu gießen, sind leichter zu reinigen und nicht so schwer. Viele Pleionezüchter nutzen Halbtöpfe, Schalen oder Aussaatschalen, da wildwachsende Pleione flachwurzelnd sind und nur einige wenige tiefer wurzeln. Kew sagt, er denke nicht, dass sie ausgeprägte Flachwurzler seien, sondern das jeweils angebotene Behältnisvolumen annehmen, solange die Substratstruktur und die Wassergabe stimmen.

Es ist ausserdem immer anzuraten, die Töpfe vor der Benutzung zu reinigen und zu desinfizieren.

 Eintopfen und Substrat:

Pleione können in ihrer Ruhephase jederzeit ein- oder umgetopft werden. Ich mache das bei meinen Pleione normalerweise im späten Januar/frühen Februar. Jedes anhaftende  Substrat sollte entfernt werden und die älteren Wurzeln sollte man zurückschneiden. Manche kürzen diese sehr stark ein - etwa auf 1 cm - während andere es bevorzugen, sie recht lang zu lassen, damit die Pseudobulbe sich im neuen Substrat dann entsprechend besser verankern kann. Die Pseudobulben sollten so eingepflanzt werden, dass ungefähr ein Drittel aus dem Substrat ragt und in einem Abstand zueinander von ungefähr 2 cm. Einige Arten scheinen es zu bevorzugen, komplett von Substrat bedeckt zu sein (P. bulbocodioides, yunnanensis, limprichtii und scopulorum). Alle wachsen in den unterschiedlichsten Substratmischungen, wobei das Hauptaugenmerk auf ein lockeres Substrat mit guter Durchlässigkeit gerichtet werden sollte, damit das reichlich benötigte Gießwasser gut abfließen kann.

Ich habe die folgenden verschiedenen Mischungen (in den Vehältnissen der Volumenanteile) benutzt:  

- 2 Teile Rinde und 1 Teil Moos. Das Moos kann Waldmoos oder Sphagnum sein. Als Rinde kann mittelgrobe Orchideenrinde oder sogar Mulchrinde guter Qualität verwendet werden. Hier in England habe ich ein Produkt namens "Melcourt Potting Bark" ("Eintopfrinde der Marke Melcourt") benutzt, da sie in ihrer Qualität an Orchideenrinde herankommt (die natürlich immer noch die bessere Wahl ist). Diese Mischung habe ich für alle meine Hybridformen benutzt.

 - 2 Teile feinere Orchideen-Rinde, 3 Teile Sphagnum Moos, ein Teil Perlite. Dieser Mix hält Wasser besser und ich finde, dass sowohl Naturformen als auch Hybriden in diesem Mix bei mir wohler fühlen. Ich benutze diese Mischung mittlerweile für alles.

 Es können auch noch viele andere Mischungen benutzt werden - man kann reines Moos oder reines Sphagnum verwenden, oder diese mit Bestandteilen wie Rinde, Kiefernnadeln, Laubkompost, grobem Torf, Perlite und anderem mischen - das Ziel sollte sein, eine "knackige" bzw. luftige/lockere und gut wasserdurchlässige Substratmischung zu erhalten.

Es gibt genausoviele Mischungsrezepte, wie es Pleionezüchter gibt!

 Das Gießen:

 Die frühe Zeit der Saison ist die heikelste. Die Wurzeln beginnen für gewöhnlich mehr oder weniger dann mit dem Wachstum, wenn die Blüten welken und in dieser Zeit ist es wichtig, nur wenig Wasser zu geben. Das Ziel sollte sein, das Substrat gerade noch feucht zu halten und die neu wachsenden Wurzeln dazu zu bringen, diese Feuchtigkeit zu suchen. Ist das Substrat in dieser Zeit zu feucht, drohen die neuen Wurzeln zu faulen. Sobald sich die Wurzeln jedoch etabliert haben (was man oft am verstärkten Blattwachstum erkennen kann), kann schrittweise wesentlich mehr gegossen werden. Pleione kommen aus Gebieten mit ausgeprägten Regenzeiten während des Sommer-Monsuns. SOLANGE IHRE SUBSTRATMISCHUNG DAS WASSER SEHR GUT ABLEITET, ist es sowieso eher schwerer, zuviel Wasser zu geben, wenn das Wachstum erst einmal richtig in Gang gekommen ist.

Regenwasser, weiches Leitungswasser oder durch Umkehr-Osmose gewonnenes Wasser (Anm. d. Übersetzers: Erschwingliche Geräte hierzu sind z.B. auch im Meerwasseraquaristik-Fachhandel erhältlich) eignen sich am allerbesten. Wenn das Leitungswasser bei Ihnen sehr hart ist, ist das auch OK, aber ich wäre dann vorsichtig, sie nicht zu naß zu halten. Wenn es möglich ist, dann stellen Sie sie im Sommer am besten ins Freie, so daß sie direkt beregnet werden. Sie lieben das!

Ich persönlich nehme das Deckenglas des Treibhauses ab, so daß der Regen auf sie fallen kann. Dies kühlt sie zugleich. Wenn die Tage im August kürzer werden, verlangsamt sich das Wachstum, bis es komplett eingestellt wird und die Blätter beginnen, sich gelblich zu verfärben. Nun ist es an der Zeit, die Gießmenge zu verringern, und - wenn die Blätter anfangen, braun zu werden - das Gießen komplett einzustellen um ihnen zu erlauben, komplett (aus-)zu trocknen. Die Blätter werden schließlich abfallen und die Pseudobulben werden anschließend ihre Ruhephase beginnen.

 Düngung:

 Pleione müssen gedüngt werden, um die Pseudobulben für die Blüte im nächsten Jahr aufzubauen. Sie mögen regelmäßige aber schwache Düngung mit einem Flüssigdünger. Das alte englische Sprichwort "weakly weekly" ("wenig wöchentlich") macht hier Sinn. Die Düngung sollte beginnen, sobald die Blätter anfangen, schneller zu wachsen. Ich dünge einmal wöchentlich mit einem Dünger mit einem Drittel der empfohlenen Dosierung. Viele benutzen zu Anfang einen ausgeglichenen Dünger (NPK 1:1:1) und wechseln in der Mitte des Sommers zu einem Dünger mit hohem Pottasche-Anteil (NPK 1:1:2), obwohl beide auch die ganze Zeit über genutzt werden können, wenn das gewünscht wird. Ich selbst beginne mit einigen wenigen Düngergaben mit einem Dünger mit höherem Stickstoffanteil (NPK 2:1:1) um ein gutes Blattwachstum zu erzielen bevor ich es dann wie oben beschrieben halte. Ich benutze die Marke "Chempak"

 Wenn Pleione hinter Glas gehalten werden, ist eine Abschattung von dem direkten, hellen Sonnenlicht notwendig. Eine abschattendes Gewebe mit um die 50 % Abschattung ist hier ideal, oder man kann das Glas althergebracht tünchen. Im Freien tolerieren sie auch volle Sonne, aber es wird häufiger für eine Teilbeschattung gesorgt, zum Beispiel durch einen schattenspendenden Baum. Pleione genießen ausserdem die frische Luft, also sorgen sie immer für ausreichende Belüftung. Im Freien sollten Sie auch über einen Schutz vor Vögeln und anderen wilden Tieren sorgen (ganz zu schweigen von den Fußbällen, die von den sportlichen Nachbarskindern über den Zaun kommen!). Pleione in einem Fruchtkorb (o. Einkaufskorb? - im Original: "inside a fruit cage") wachsen zu lassen wäre ideal.

 Ausnahmen:

 Einige Arten benötigen eine von der oben genannten abweichende Behandlung:

 Pleione maculata, Pleione praecox und ihre Hybride P. x lagenaria sind Herbstblüher. Sie haben eine kürzere Ruhephase und sollten in dieser Zeit auch wärmer gehalten werden - ich schlage mindestens 10° C vor. Sie werden sehr früh im Jahr beginnen, neue Blätter zu treiben - oft sogar vor Jahresende - und ebenso neue Wurzeln. Trotz dieses Neuaustriebes sollten Sie nicht in Versuchung geraten, zu viel zu gießen - halten Sie sie trocken, aber besprühen Sie sie von Zeit zu Zeit und stellen Sie den Topf vielleicht ab und an für einige Minuten in einige Millimeter Wasser, um den Wurzeln etwas Feuchtigkeit anzubieten, nach der sie sich bei ihrem Wachstum ausrichten können. Beginnen sie nicht regulär zu gießen bis Sie sicher sind, dass die Wurzeln schon ein gutes Stück in den Topf hineingewachsen sind. Besonders P. maculata möchte im Sommer einen wärmeren Platz mit reichlich Luftfeuchtigkeit.

 Pleione saxicola ist ein anderer kürzlich eingeführter Herbstblüher, aber ich befürchte, wir haben hier noch zu wenig Erfahrung, um Pflegeratschläge zu geben. Es scheint, als wenn P. saxicola sehr früh im Herbst eine Menge neuer Wurzeln bildet, sogar bevor die Blüten welken. Ich bin unsicher, ob sie besser feucht gehalten werden sollte, um diese Wurzeln nicht austrocknen zu lassen, oder sie wie üblich doch austrocknen zu lassen. Ich bin bei der idealen Überwinterungstemperatur auch noch unentschlossen. Ich bin gerade dabei, hier zu experimentieren. Schauen sie deshalb gelegentlich wieder hier vorbei, ich werde dann berichten!

 Pleione coronaria, P. hookeriana und P. scopulorum haben alle einen längeren, kalten Winter und eine kürzere Wachstumsphase als andere Arten. Diese Arten fühlen sich wohler, wenn sie im Winter länger kalt gehalten werden, wenn nötig im Kühlschrank. Ich schlage vor, P. coronaria und P. scopulorum bis in den frühen März und P. hookeriana bis in den späten März im Kühlschrank zu belassen. Schauen Sie dort trotzdem auch nach ihnen, und nehmen Sie sie aus dem Kühlschrank, wenn sie dort doch schon früher als erwartet mit der Blütenbildung beginnen sollten. Auch darf P. scopulorum, anders als andere Pleione, während der Ruhephase niemals komplett austrocknen, sonst verschrumpeln die Pseudobulben und sterben.

 P. Forrestii profitiert meines Erachtens auch von einer langen und kalten Ruhephase und sollte, wenn möglich, bis zum frühen März kalt gehalten werden. Diese Art zeigt jedoch die ausgeprägte Tendenz, sehr früh zum Blühen anzusetzen und sobald die Knospen anfangen, sich schnell zu entwickeln, muss man sie aus dem Kühlschrank holen. Es sollte hier angemerkt sein, dass Kälte die Blüte zwar durchaus verzögert aber nicht notwendigerweise komplett verhindert - die Pflanzen können im dunklen Kühlschrank zur vollen Blüte gelangen!

 Abschließend muss gesagt werden, dass einige Arten, besonders die oben erwähnten, keine leichten Pfleglinge sind und wir immer noch viel dazuzulernen haben. Falls einer von Ihnen mit Pleione dieser Arten gute Erfolge hat, dann lassen Sie mich bitte wissen, wie Sie das erreicht haben!

(Anmerkungen des Übersetzers zur dt. Übersetzung:

Es war kein Profi am Werk, also sehen Sie über die Schwächen meiner Übersetzung bitte großzügig hinweg! (Kommas sind z.B. seit jeher meine natürlichen Feinde und ich gehe davon aus, daß ich deshalb etliche falsch oder gar nicht gesetzt haben werde ... und die dt. Rechtschreibreform wurde btw auch nicht bewußt beachtet ...) - Ich wollte nur auch anderen deutschen Hobbyisten, die sich nicht eingehender mit der englischen Sprache beschäftigt haben, Herrn Cumbletons Pflegeratschläge zugänglich machen.

Ich habe mich bemüht, sinngemäß und so nahe an Herrn Cumbletons ursprünglichem Wortlaut wie möglich zu übersetzen. Wo mir dies im Deutschen zu sinnentfremdend erschien oder meine Kenntnisse der englischen Sprache nicht ausreichten, habe ich die englischen Originalausdrücke zusätzlich unverändert beibehalten.

ALLE RECHTE AN DIESEM TEXT LIEGEN BEI PAUL CUMBLETON, dem ich für seine nützlichen Tipps hier nochmals danke!)

 (Für Google.de und andere metacrawler noch einige, im  Fließtext  nicht-erwähnte, deutsche tags: "Tibetorchidee", Pleionezucht, winterharte Orchideen, Gartenorchideen, Bulbe, Bulbille, Pseudobulbe, Pflegetipps für Tibetorchideen, Pflegeanleitung, Zuchtanleitung, Kulturanleitung Pleione, Pleioneaufzucht, Züchten von Pleione, Wie pflanze ich Tibetorchideen?)

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